Entwurmung bei Hund und Katze: Wie oft ist wirklich sinnvoll?
Vier Behandlungen im Jahr gelten als Richtwert – aber Wohnungskatze und Freigänger-Hund brauchen selten denselben Rhythmus.

Kaum eine Vorsorgemaßnahme wird so unterschiedlich gehandhabt wie die Entwurmung – zu Recht, denn das sinnvolle Intervall hängt stark von der Lebensweise des Tieres ab.
Der Richtwert der Fachgesellschaft
Die European Scientific Counsel Companion Animal Parasites (ESCCAP) nennt vier Behandlungen oder Kotuntersuchungen pro Jahr als allgemeinen Richtwert für Hunde und Katzen. Das ist ausdrücklich ein Ausgangspunkt, keine feste Vorschrift für jedes Tier.
Warum die Lebensweise den Ausschlag gibt
Ein Hund, der regelmäßig Kontakt zu anderen Hunden hat, Aas frisst oder in Regionen mit hohem Infektionsdruck lebt, profitiert oft von monatlichen Kontrollen. Eine reine Wohnungskatze ohne Freigang und ohne Kontakt zu anderen Tieren kommt dagegen häufig mit deutlich selteneren Behandlungen aus.
Behandeln oder erst untersuchen?
Statt jedes Mal blind zu behandeln, ist eine Kotuntersuchung eine Alternative: Sie zeigt, ob überhaupt ein Befall vorliegt, und vermeidet unnötige Wurmkuren bei Tieren, die aktuell keine brauchen.
- Regelmäßiger Kontakt zu anderen Tieren oder Kindern: eher häufiger kontrollieren.
- Reine Wohnungshaltung ohne Rohfütterung: seltenere Kontrollen meist ausreichend.
- Im Zweifel: die Praxis anhand des individuellen Risikoprofils entscheiden lassen.
Vier Behandlungen pro Jahr sind ein Richtwert, kein Muss. Das tatsächlich sinnvolle Intervall reicht von monatlich bis wenige Male im Jahr, je nach Lebensweise.
- ESCCAP – European Scientific Counsel Companion Animal Parasites
Pet Passport+ merkt sich die letzte Behandlung oder Untersuchung und schlägt den nächsten sinnvollen Zeitpunkt vor.