Giftnotruf im Tiernotfall: Wen du wirklich anrufst
Im deutschsprachigen Raum gibt es keine reine Tier-Giftnotrufzentrale – ein Missverständnis, das im Ernstfall Zeit kostet.

Wer im Ernstfall nach einer "Tier-Giftnotrufnummer" sucht, sucht im deutschsprachigen Raum nach etwas, das es in dieser Form nicht gibt – mit Folgen für die Erwartung an den Anruf.
Der erste Anruf gilt immer der Praxis
Eine Giftinformationszentrale kann ein Risiko am Telefon einschätzen. Sie kann aber kein Erbrechen auslösen oder eine Infusion legen. Der erste und wichtigste Anruf im Tiernotfall geht deshalb immer an die eigene Praxis oder die nächste Tierklinik – nicht an eine Hotline.
Warum es keine reine Tierhotline gibt
Die Giftinformationszentralen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind ursprünglich für Vergiftungen bei Menschen eingerichtet worden. Sie beraten zwar auch zu Tieren, behandeln menschliche Notfälle aber vorrangig – ein Anruf zu einem Tier kann deshalb länger dauern oder weniger detailliert beantwortet werden als erhofft.
Wo es anders ist
Im Vereinigten Königreich und in den USA existieren dagegen dedizierte Tier-Giftnotrufe, die direkt für Tierhalter:innen da sind. Beide sind kostenpflichtig und werden während des Anrufs per Karte bezahlt – ein Umstand, der im Ernstfall besser vorher als nachher bekannt sein sollte.
Erster Anruf: immer die eigene Praxis oder Tierklinik. Giftinformationszentralen im deutschsprachigen Raum sind Zusatzberatung für Menschenvergiftungen, keine dedizierten Tierhotlines.
- Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) – Liste der Giftnotrufzentralen
- Tox Info Suisse
- Animal PoisonLine (Vereinigtes Königreich)
Pet Passport+ hinterlegt regionale Giftnotrufnummern direkt im Notfallbereich der App – geprüft und ohne danach suchen zu müssen.