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Starke Blutung beim Tier: Der Handgriff, der wirklich zählt

Warum drei Minuten ununterbrochener Druck mehr bewirken als jeder Verband – und wieso ein durchgeblutetes Tuch liegen bleiben sollte.

3 Min. Lesezeit·Aktualisiert am 16. September 2026
Labrador Retriever sitzt ruhig neben einer Person, die eine Verletzung am Bein versorgt

Bei einer stark blutenden Wunde zählt nicht die perfekte Versorgung, sondern die richtige Reihenfolge: Druck, Ruhe, Fahrt in die Praxis. Alles andere kann warten.

Sofortmaßnahme: Druck, nicht Verband

Ein sauberes Tuch – ein Geschirrtuch reicht – auf die Wunde legen und mit der flachen Hand fest und gleichmäßig drücken. Mindestens drei Minuten ununterbrochen, ohne zwischendurch nachzusehen, ob es schon aufgehört hat. Jedes Anheben unterbricht die beginnende Gerinnung von Neuem.

Während des Drucks

Was zusätzlich hilft:

  • Die blutende Stelle, wenn möglich, höher als das Herz halten.
  • Die verletzte Stelle ruhigstellen und das Tier warmhalten – Blutverlust kühlt aus.
  • Jemand anderen parallel in der Praxis anrufen lassen, während der Druck weiterläuft.

Was du nicht tun solltest

Drei gut gemeinte Reflexe verzögern die Blutstillung eher, als dass sie helfen:

  • Ein durchgeblutetes Tuch nicht abnehmen – einfach ein weiteres darüberlegen, sonst reißt die beginnende Gerinnung wieder auf.
  • Keine Abbindung mit Schnur, Draht oder Kabelbinder – das schädigt Gewebe oft dauerhaft.
  • Einen steckenden Fremdkörper nicht herausziehen: Er verschließt die Wunde häufig selbst mit.
Achtung

Auch wenn die Blutung durch den Druck sistiert: Bei stärkeren Blutungen führt danach der Weg trotzdem in die Praxis, zur Beurteilung der Wunde und einer möglichen Naht.

Quellen
  • Merck Veterinary Manual
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