Zecken- und Flohschutz: Was nach ESCCAP wirklich sinnvoll ist
Ganzjährig oder nur in der warmen Jahreszeit? Die Antwort hängt stärker vom Wohnort und Lebensstil ab, als viele Verpackungen vermuten lassen.

Zecken und Flöhe gehören zu den häufigsten Gesundheitsthemen im Tieralltag – und zu den Themen, bei denen sich pauschale Werbeaussagen und tatsächliche Fachempfehlung am weitesten auseinanderbewegen.
Die Grundempfehlung
Der europäische Fachverband ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) empfiehlt eine durchgehende Schutzstrategie über die gesamte Zeit, in der Zecken aktiv sind – meist eine monatliche Anwendung eines zugelassenen Mittels, angepasst an die lokalen Gegebenheiten.
Warum "lokale Gegebenheiten" den Unterschied macht
Ein Tier, das in einem milden Winter regelmäßig im Wald unterwegs ist, braucht einen anderen Schutzzeitraum als ein Tier, das in einer kalten Region nur im Sommer Kontakt zu hohem Gras hat. Die Zeckensaison beginnt zudem in milden Wintern zunehmend früher im Jahr, statt zuverlässig erst im Frühling.
Resistenzen im Blick behalten
Wird über Jahre immer derselbe Wirkstoff verwendet, kann sich die Wirksamkeit gegenüber lokalen Zeckenpopulationen verringern. ESCCAP empfiehlt deshalb, den Wirkstoff je nach Empfehlung der Praxis gelegentlich zu wechseln, statt ihn unverändert beizubehalten.
Nach dem Fund einer Zecke
Wird trotz Schutz eine Zecke gefunden, gilt die Empfehlung, die Behandlung für den Rest der Saison konsequent fortzuführen – für das betroffene Tier und alle anderen Tiere im selben Haushalt.
Kein pauschaler Kalendermonat, sondern die gesamte Aktivitätszeit der Zecken vor Ort. Im Zweifel gilt: lieber einen Monat zu lang schützen als einen zu kurz.
- ESCCAP – European Scientific Counsel Companion Animal Parasites, Leitlinie 03
Pet Passport+ erinnert an die nächste fällige Anwendung, angepasst an den zuletzt eingetragenen Rhythmus.